Hallo Gummistiefel, Faserpelz, Mütze, Stricksocken und lange Hose! Nach einer gefühlten Ewigkeit in kurzer Arbeitshose war es gestern dann soweit… über das taunasse Feld in Gummistiefeln laufen und so richtig spüren, dass der Herbst nun kommt. Wunderschön und doch etwas wehmütig bin ich. Der Setzlingstisch ist nun wirklich leer, die letzten Sommersalate wachsen, die Gurkenpflanzen verabschieden sich und die Gedanken schweifen manchmal schon in Richtung Saisonplanung 2027.


Letze Woche haben wir einen Teil der Buschbohnen mit dem Fadenmäher gemäht. Wir haben uns für das Mähen des Krauts entschieden, da so die Wurzeln der Pflanzen im Boden bleiben. An den Wurzeln von Bohnen (und auch den Wurzeln anderer Leguminosen) sitzen kleine Knöllchenbakterien (siehe Bild), die die Fähigkeit besitzen, elementaren Stickstoff aus der Luft zu fixieren und in pflanzenverfügbares Ammonium umzuwandeln. Dadurch müssen Bohnen nicht mit Stickstoff gedüngt werden und durch das Einarbeiten/Belassen der Ernterückstände/Pflanzen an Ort und Stelle wird der gebundene Stickstoff im Boden frei und steht diesem dann zur Verfügung.


Immer wieder denke ich mir: Jetzt habe ich mir doch so Mühe beim Säen vom Krautstiel gegeben, wirklich nur ein Korn pro Mulde abgelegt und jetzt wachsen da doch wieder mehrere Pflänzchen – wieso!? Des Rätsels Lösung: Krautsielsamen sind botanisch gesehen ein Knäuel aus mehreren Blüten beziehungsweise Samen und bei genügend Feuchtigkeit keimen meist alle Samen aus dem Knäuel.

Diese Woche findet ihr in euren Körben die letzten Fellenberg-Zwetschgen dieses Jahres und die ersten Hauszwetschgen. Hauszwetschgen sind deutlich kleiner als Fellenberger, fest im Fruchtfleisch und würzig-aromatisch im Geschmack. Sie eignen sich wunderbar zum Dörren und wir hoffen nächste Woche die Zeit zum Ernten und zum Rüsten zu finden, so dass wir von den feinen Aromen etwas mit in den Winter nehmen können. Wer Zeit und Lust zum Ernten und/oder Rüsten hat – gerne bei uns melden.

Der Korbinhalt in der KW 37
- Salat
- Rucola
- Frühlingszwiebeln
- Zucchini
- Krautstiel bunt
- Petersilie glatt/kraus
- Basilikum
- Tomaten
- Peperoni/Gurke/Aubergine/Rondini/Bush delicata je nach Depotstelle
- Rüebli und Schnittlauch in den grossen Körben

Rezept
Gebratene Bergkäse-Nockerl auf Krautstiel mit Zitronenbutter (für zwei Portionen)
Bergkäse-Nockerl:
- 30g Butter
- 1 Schalotte oder kleine Zwiebel, grob gehackt
- 1 EL Peterli, gehackt
- 1 EL Thymian, gehackt
- 100g altbackenes Weissbrot, gehackt
- 2 Eier
- 100g Bergkäse, gerieben
- 1dl warme Milch
- Salz, Pfeffer und Muskat
- Bratbutter oder Bratöl
Zitronenbutter:
- 25g Butter
- 15g Hasel- oder Baumnüsse, grob gehackt
- 1/2 EL Zitronensaft
- Salz, Pfeffer
250g Krautstiel mit Blättern
Zitronenzesten zum Garnieren
Die Schalotte/Zwiebel in der Butter dünsten. Vom Herd nehmen und Kräuter, Brot, Eier und Käse beigeben. Alles gut vermischen und so viel Milch dazugeben, dass die Masse gut formbar ist. Mit Salz, Muskat und Pfeffer würzen und 15min ruhen lassen.
Mit den Händen oder mit zwei Löffeln ovale Nockerl (Klösschen) formen und in knapp kochendem Salzwasser 10 min ziehen lassen. Herausnehmen, abtropfen und erkalten lassen. Danach längs halbieren und in der Bratbutter oder dem Bratöl goldbraun braten. Warm stellen.
Für die Zitronenbutter die Butter schmelzen, Nüsse darin rösten und mit Zitrone, Salz und Pfeffer würzen.
Krautstiel in Blätter und Stengel trennen, in Stücke schneiden und separat in gesalzenem Wasser kochen.
Krautstiel auf Teller verteilen, Nockerl darauf anrichten. Zitronenbutter aufschäumen lassen, darüber verteilen. Mit den Zitronenzesten garnieren.
Guten Appetit!
Lieben Gruss, Kristin
Schreibe einen Kommentar